Leszek Szaruga
Geboren 1946 in Krakau unter dem Namen Aleksander Wirpsza. Lyriker, Essayist und Übersetzer. Sohn des polnischen Dichters, Literaturhistorikers und Übersetzers Witold Wirpsza und der Schriftstellerin und Übersetzerin Maria Kurecka. Szaruga zählt zu den Dichtern der 68er-Generation, der sogenannten "Nowa Fala" ("Neuen Welle"). Aus dieser Zeit stammt auch sein Pseudonym. Der Name "Szaruga" (dt. "Sauwetter") symbolisierte einerseits den Protest gegen die erstarrte realsozialistische Wirklichkeit, gab ihm aber auch die Gelegenheit, Distanz zu seinem in Polen sehr bekannten Vater zu schaffen, der 1970 nach Berlin übersiedeln musste. 
Leszek Szaruga wurde 1968 als aktives Mitglied der Studentenbewe-gung verhaftet und saß ein halbes Jahr in Untersuchungshaft. Danach arbeitete er als Schlosser, schrieb für eine Hotelzeitschrift und nahm ein Fernstudium der Polonistik auf, das er mit einer Arbeit über "Polnische Lyrik seit 1939" abschloss. Seine Arbeiten als Dichter erschienen überwiegend im literarischen Untergrund. Im Untergrund, dem sogenannten "zweiten Umlauf", war er auch als Redakteur der Zeitschriften "Puls", "Wezwanie" und "Wybór" tätig. Von 1979 bis 1989 arbeitete er unter dem Namen John Krajnik bzw. Krzysztof Powoski mit der polnischen Sektion von Radio Free Europe zusammen, von 1987 bis 1990 mit den polnischen Sektionen der BBC und der Deutschen Welle. Von 1992 bis 2004 lehrte er an der Universität Stettin polnische Gegenwartsliteratur. 2003 habilitierte er an der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan zum Thema "Geschichte, Staat, Literatur". Er lehrt Deutsche Literatur am Lehrstuhl für Interkulturelle Beziehung in Mittel- und Osteuropa an der Staatlichen Universität Warschau, mit Schwerpunkten auf polnisch-deutschen und polnisch-ukrainischen Beziehungen. Er veröffentlichte in Polen 14 Gedicht- und Essaybände.

Übersetzungen u.a. von Else Lasker-Schüler, Johannes Bobrowski, Rose Ausländer und Sarah Kirsch ins Polnische.

Veröffentlichungen auf deutsch (u.a.): Eiszeit. Steinzeit. Gedichte, Rospo-Verlag, Hamburg 1997; Leszek Saruga im Gespräch mit Doris Liebermann, in: Erinnerungen in Kultur und Kuns: Reflexionen über Krieg, Flucht und Vertreibung in Europa, transcript-Verlag, Bielefeld 2009.

Auszeichnungen (u.a.): 1986 Koscielski-Preis; 1999 "Kultury"-Preis; Silbermedaille "Gloria Artis" des polnischen Kulturministeriums 2009.
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Aufzeichnung: 28. April 2006
Dauer: 20 min 50 sek

Einführung: Ingrid Bertel
Lesung: Autor
Quelle: Poesie International 2006. 28.04. bis 01.05, (CD 1 Freitag, 28.04.2006), Spielboden Dornbirn; Herausgeber: Franz Paul Hammling, Literatur Vorarlberg 2006.
Produktion: © Literatur Vorarberg und Spielboden Dornbirn 2006
Im Literaturradio seit: August 2010